Die kuriose Welt der Gewinnspielmuttis

Checkt eure Mails, eventuell euren Spamordner und alles ist gut. Und vielleicht lernt der eine oder andere mal lesen – die Muttis machen heute noch mit, obwohl Part 1 schon lange um ist. Facepalm! […]

Ich habe mir Mühe gegeben, Hardware ranzuschaffen, also gebt euch Mühe, auch mal zu lesen, was ich so schreibe Nein, das betrifft nicht die regelmäßigen Leser, eher die Gewinnspielmuttis, die durch solche Gewinnspiele logischerweise angezogen werden.
caschy

Ich weiß nicht mehr, ob es tatsächlich bei @caschy war, wo ich das erste Mal von „Gewinnspielmuttis“ gelesen habe, aber so oder so, der Ausdruck bringt es auf den Punkt. Jeder, der jemals ein Gewinnspiel auf seinem Blog veranstaltet hat, kennt sie. In der Tat ist der Ausdruck nicht geschlechtsneutral und wirkt auf den ersten Blick recht klischeehaft, aber die Erfahrung hat gezeigt: es sind größtenteils Frauen, die dieser Profession nachgehen – zumindest wenn man dem jeweiligen Profil glauben schenken darf. Es mischen sich aber auch immer häufiger Gewinnspielpapis unters Volk. 
Wie sieht nun eigentlich der Alltag in der kuriosen Welt der Gewinnspielmuttis aus? Ob ihr es glaubt oder nicht, wenn ich oben von Profession spreche, dann meine ich das durchaus ernst, denn das Berufsbild des professionellen Gewinnspielteilnehmers existiert tatsächlich. Was man da den ganzen Tag so macht? Vor dem PC sitzen, das gesamte Internet nach Gewinnspielen durchsuchen und daran teilnehmen. Um das alles etwas komfortabler zu gestalten und den Aufwand auf ein Minimum zu reduzieren, gibt es zahlreiche Gewinnspielmutti-Gewerkschaften Foren, in denen man sich gegenseitig auf Gewinnspiele hinweist.

Dass es euer Gewinnspiel in eines dieser Foren geschafft hat, merkt ihr in der Regel daran, dass es binnen kürzester Zeit plötzlich unzählige neue Teilnehmer/-innen zu verzeichnen hat. Typische Benutzernamen sind etwa „Heike78“ oder „Waltraud67“. Ein Blick auf die Facebook-Profile oder Blogs dieser Teilnehmer offenbart das ganze Ausmaß des Gewinnspielmuttitums: ihr werdet ausschließlich auf Beiträg zu Gewinnspielen stoßen, selbst wenn es dabei nur um eine Packung Gummibärchen geht.

Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Mitglieder der Gewinnspielmutti-Fraktion ist die Art und Weise, wie Kommentare zu Gewinnspielen abgegeben werden: selbst wenn ihr in großen, fetten Druckbuchstaben erklärt, dass am Ende das Losverfahren entscheidet, könnt ihr euch sicher sein, dass ihr in Kürze wisst, dass „LisaLustig“ bald Geburtstag hat und das Smartphone ein tolles Geschenk wäre, oder „Hilde82“ ganz traurig ist, weil ihr jemand das Notebook geklaut hat, sie ohne Geld dasteht und sie deshalb unbedingt ein neues braucht. Natürlich ist das alles reine Taktik.

Ok. Euer Gewinnspiel ist beendet. Im Text informiert ihr eure Leser deutlich, dass der Gewinner in vier Tagen bekanntgegeben wird. Eine Stunde später kommt der erste Kommentar, dass jemand schon ganz aufgeregt ist und wissen will ob die Gewinner schon bekannt sind. Ihr werdet es erraten: Martha56.

Endlich sind die Gewinner auserchoren und wurden per E-Mail über ihren Gewinn benachrichtigt. Ihr verzichtet darauf, den Gewinner im Blog namentlich zu nennen. Damit habt ihr euch euer eigenes Grab geschaufelt:

SteffiSternchen: „Was ist denn nun mit den Gewinnern? Ich würde auch gerne wissen, ob ich zu den Glücklichen zähle!“
Ich: „Liebe Steffi, die Gewinner wurden bereits per E-Mail benachrichtigt, vielleicht hast du beim nächsten Mal Glück!“

SteffiSternchen: „Mir kommt das suspekt vor. Wenn die Gewinner per E-Mail benachrichtigt wurden, warum freut sich dann in den Kommentaren niemand für seinen Gewinn?“
Ich: „Liebe Steffi, vielleicht möchte der Gewinner lieber anonym bleiben.“
SteffiSternchen: „Also meine Freunde (Anmerkung des Autors: Gewerkschaftsvorsitzende der Gewinnspielmuttis) freuen sich immer in den Kommentaren und bedanken sich. Kannst du nicht die Gewinner öffentlich beim Name nennen?“

Spätestens an dem Punkt, gibt man dann auf und ignoriert solche Anfragen gänzlich. Das war übrigens ein harmloses Beispiel, denn was die Wortwahl angeht kann aus der lieben, netten Gewinnspielmutti schnell ein Gewinnspielvandale werden.

Geschichte zu Ende? Nein! Mein persönliches Highlight war nämlich folgende Geschichte:  Gewinnspiel vorbei, Gewinner gezogen, Gewinne verschickt. Plötzlich kommt eine E-Mail (kein Scherz):

Lieber Frank,
wie ich sehe, ist dein Gewinnspiel vorbei und ich habe, obwohl ich großer Fan von xyz bin, nicht gewonnen. Schade 🙁 Ich hätte alles dafür getan! Aber ich wollte dir etwas anbieten: falls sich der Gewinner nicht melden sollte, würde ich mich gerne als Ersatz-Gewinner zur Verfügung stellen, dann musst du nicht erneut auslosen.

Grüße xyz

Wisster Bescheid 😉

Veröffentlicht von Frank Feil

Blogger aus Leidenschaft seit über 12 Jahren. Ist selbstständig und macht irgendwas mit Social Media. Liebt das Reisen und guten Gin. Baut zur Zeit ein Haus.

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