Tipps für die Suche nach dem richtigen Grundstück / Bauplatz (Teil 3)

Seit meinem letzten Beitrag sind nun schon einige Wochen vergangen – und ich bin euch noch den dritten Teil meiner Artikelreihe zum Thema Grundstücks-/Bauplatzsuche schuldig. Im ersten Teil habe ich euch darauf vorbereitet, dass ihr euch auf einen harten Wettbewerb einstellen müsst. Weiterhin gilt es, die Rahmenbedingungen abzustecken und sich mit Bebauungsplänen auseinanderzusetzen.

Der zweite Teil thematisierte Bodenrichtwerte und die Frage, ob ihr euer Grundstück von der Gemeinde oder von Privat kaufen sollt. Zudem gab es einen kurzen Überblick über die derzeit „normalen“ Grundstücksgrößen – und die sind winzig.

Nachdem das geklärt wäre, können wir uns jetzt auf die Suche nach unserem Traumgrundstück begeben!

Günstige Grundstücke haben immer einen Haken

Egal, ob ihr euch nun auf den einschlägigen Immobilienportalen nach Bauplätzen umschaut oder einen Blick in die Zeitung werft – wenn ein Grundstück unverhältnismäßig günstig angeboten wird, hat es immer einen Haken. Beispiel gefällig? Gerne doch:

In unserer Gegend liegt der Preis pro Quadratmeter derzeit bei 250 bis 300 Euro. Ein 500 Quadratmeter großes Grundstück schlägt also mit rund 140.000 Euro zu Buche. Deshalb staunten wir auch nicht schlecht, als uns eines Tages ein Mann anrief, der uns ein Grundstück anbieten wollte. 925 Quadratmeter. Für 60.000 Euro! Uns war schon vorab klar, dass da irgendwas faul ist, aber da der Bauplatz nur eine Ortschaft weiter war, haben wir ihn uns angeschaut. Letztendlich war es ein Hanggrundstück, so steil wie der Mount Everest. Die Kosten für die Erdarbeiten wären enorm gewesen. Zudem hätten wir nur die Hälfte des Grundstücks nutzen können, da der obere Teil nur zur Haltung von Bergziegen geeignet war.

Das war jetzt nur ein Beispiel von vielen. Es macht aber deutlich, dass es so etwas wie Schnäppchen auf dem Grundstücksmarkt aktuell nicht gibt. Umgekehrt ist aber auch ein hoher Preis kein Garant für einen erstklassigen Bauplatz. Uns hat man Grundstücke für 300 € pro Quadratmeter angeboten, die mittig zwischen vier Häusern lagen oder einen Bebauungsplan hatten, der bestenfalls eine Gartenhütte zuließ. In einem anderen Fall war das Grundstück so verwildert, dass man erst für rund 15.000 € Rodungsarbeiten hätte durchführen müssen.

Bauträger locken mit Grundstücken, die sie gar nicht haben

Wenn ihr das erste Mal auf einem Immobilienportal nach Häusern in eurer Gegend sucht, werdet ihr überrascht sein, wie viele „projektierte“ und „geplante“ Häuser es gibt – und zwar richtig schöne! Zu günstigen Preisen!

Das Spiel läuft folgendermaßen: Die Vertreter der Bauträger und Fertighausanbieter entdecken irgendwo ein Grundstück und stellen dann gleich mal fünf unterschiedliche Häuser in fünf unterschiedlichen Preisklassen ins Netz. Alle auf demselben Grundstück. Dazu ein paar nette Bilder aus den Werbeprospekten und die Sache läuft. Natürlich sehen auch andere Anbieter das Grundstück und machen dasselbe. So kommt es, dass auf einen Schlag 20 neue Häuser in eurer Gegend auftauchen, von denen es kein einziges gibt.

Das wissen die meisten Interessenten allerdings nicht und kontaktieren den jeweiligen Anbieter. Danach ist dieser bereits im Besitz eurer Adresse und Telefonnummer, beides wertvolle Daten für ihn. Beim ersten telefonischen Kontakt wird dann ein unverbindliches persönliches Gespräch vereinbart, denn nur dann bekommt ihr überhaupt die Adresse des Grundstücks – und die Info, dass der Verkäufer überhaupt keinen Zugriff auf selbiges hat und ihr euch um alles weitere selbst kümmern müsst. Die Wahrscheinlichkeit, dass euch der Bauplatz zusagt oder überhaupt noch vorhanden ist, ist relativ gering. Ihr steht nun aber in Kontakt mit dem Hausanbieter und für diesen steigt die Wahrscheinlichkeit, einen Deal mit euch abzuschließen, sobald ihr ein anderes Grundstück gefunden habt.

Dieses Vorgehen ist gängige Praxis. Renommierte Hausanbieter unterscheiden sich hier nicht von den schwarzen Schafen. Das ist auch ok. Es ist ein Marketingtrick, wie er in allen Branchen zu finden ist. Mir geht es an dieser Stelle nur darum, dass ihr euch dessen vorab bewusst seid. Es spricht nichts dagegen, mit den jeweiligen Anbietern in Kontakt zu treten – nur seid vorsichtig mit euren Daten und unterschreibt nichts beim ersten Treffen.

Zeitungsinserate könnt ihr euch sparen

Ich bin im Internet groß geworden und hätte mir nie träumen lassen, dass ich eines Tages mal eine Anzeige in einer Zeitung schalte. Doch dann meinten gleich mehrere meiner Freunde und Bekannten, dass die alten Menschen mit den Bauplätzen doch nur Zeitung lesen würden – und wir bestimmt auf diese Weise ein Grundstück finden.

Da unsere Lokalzeitungen vergleichsweise klein und Inserate entsprechend günstig sind, gab ich dem Vorschlag eine Chance. Auf die Anzeige meldeten sich genau vier Personen:

  • der oben bereits erwähnte Mann mit seinem Grundstück am Steilhang, der uns später offenbarte, dass er bereits seit mehreren Jahren erfolglos versucht, den Bauplatz loszuwerden.
  • ein Mann mit einem winzigen Grundstück, das direkt neben einem Mehrfamilienhaus am Ende der Welt lag. „Internet haben wir hier nur bis zu DSL 2000,“ erklärte er mir bereits am Telefon.
  • ein Makler, der meine Daten abgreifen wollte, „um sich zu melden, sobald er was reinbekommt.“
  • eine Maklerin, die uns ein Grundstück in einer völlig anderen Stadt anbot und am Telefon ganz aufgeregt erläuterte: „An dem Grundstück hängt zwar ein „Zu Verkaufen von Privat“-Schild, aber da ich Ihnen das vermittelt habe, bekomme ich natürlich die Provision.“

Mehr muss man zu dem Thema nicht sagen. Letztendlich haben sich auf das Zeitungsinserat nur diejenigen gemeldet, die im Besitz von Grundstücken sind, die sonst keiner will. Zwei davon sind uns noch Monate später im Internet begegnet.

Die Nachfrage nach Bauplätzen ist momentan so hoch, dass die Interessenten den Anbietern in Scharen die Bude einrennen. Diese müssen sich nur zurücklehnen und abwarten. Somit gibt es auch keinen Grund für sie, auf irgendwelche „Wir suchen ein Grundstück“-Inserate einzugehen – sei es nun in der Zeitung oder online.

Wie findet man denn nun ein Grundstück?

Dazu mehr im nächsten Teil! 😉

Veröffentlicht von Frank Feil

Blogger aus Leidenschaft seit über 12 Jahren. Ist selbstständig und macht irgendwas mit Social Media. Liebt das Reisen und guten Gin. Baut zur Zeit ein Haus.

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