Küchenkauf: Das Märchen von der günstigen Küche aus dem Möbelhaus

Wie ihr wisst, waren wir in den vergangenen Monaten auf Wohnungssuche – und als wir dann endlich etwas Passendes gefunden hatten, kam gleich das nächste nervenaufreibende Thema auf uns zu: der Küchenkauf.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein geiziger Mensch bin, aber da wir nur zur Miete wohnen, war von Anfang an klar, dass es keine 30000 Euro-Küche werden wird. Auch keine 15000 Euro-Küche. Und dann fängt man an sich mit Freunden und Bekannten zu unterhalten, sagt dass man eine knapp acht Quadratmeter große Einbauküche in U-Form sucht und bekommt dann Aussagen wie „Ja, unsere hat 2500 Euro gekostet!“ oder „Ich hab meine damals für 4000 Euro bekommen – mit Geräten!“. Aha! Ein erster Anhaltspunkt! Dumm nur, dass einem das in eine völlig falsche Richtung lenkt, denn wenn man genauer nachhakt, stellt sich schnell heraus, dass das alles Musterküchen im Ausverkauf waren, die man dann irgendwie in den Raum reingepfuscht hat.

Küchenkauf

Im ersten Moment ist man dennoch geneigt, den Leuten zu glauben, denn auch die Prospekte der Möbelzentren und Küchenstudios suggerieren einem ja, dass man selbst edle Küchen schon für unter 5000 Euro bekommt.

Dann der Besuch im hiesigen Möbelzentrum, der schon gleich mit einem WTF-Erlebnis beginnt: von acht Verkäufern hat an einem Donnerstagnachmittag keiner Zeit, denn alle haben einen vollen Terminkalender. Merke: bei Terminen geht es im Regelfall um die Planung von Küchen für die sich die Leute bereits entschieden haben. Das bringt Geld, da die Verkäufer auf Provisionsbasis arbeiten. Interessenten beraten? Kann man mal machen, muss man aber nicht. Man bot uns dann mit Hängen und Würgen einen Termin in einer Stunde an und da wir noch andere Sachen zu erledigen hatten, nahmen wir das so hin.

Das Budget: um die 5000 Euro. Der Plan: erst mal niedrig einsteigen.

Verkäufer: „Wie viel wollen sie denn für Ihre neue Küche ausgeben?“
Ich: „Naja, wir hatten so an 3500 Euro gedacht!“
Verkäufer (nachdem er den ersten Schock überwunden hatte): „Also ich will es Ihnen ganz offen sagen: für 3500 Euro bekommen Sie keine Küche. Da fange ich erst gar nicht an zu planen!“
Ich: „Ja ok, dann sagen Sie uns mal mit was man so rechnen muss.“
Verkäufer: „Also ich sags mal so: so für 7000 Euro bekommen sie was. Das ist dann aber keine Markenküche, die Qualität insgesamt ist nicht wirklich toll und die Elektrogeräte, die sind dann halt von so Billiganbietern. Mehr können Sie da nicht erwarten.“

Küchenkauf

Dann fängt er an uns einen Vortrag zu halten. Darüber, dass man schon für einen Wasserhahn 1500 Euro ausgeben kann, und dass sie zwar eine Dunstabzugshaube für 350 Euro im Sortiment haben, diese aber in den vergangenen Jahren niemand gekauft hat. So bei 600 Euro kann man darüber reden. Ein Induktionskochfeld? Keine Chance unter 1300 Euro.

Spaßeshalber unterbreche ich ihn und frage nach, warum die ganzen Küchen (40 an der Zahl) alle Preisschilder haben, die sich zwischen 2500 Euro und 8000 Euro bewegen.

Verkäufer: „Jaaaaa, das ist schon richtig, aber das bezieht sich halt nur auf die Küchenzeile (meist zwei Unterschränke und ein Hängeschrank) mit den billigsten Elektrogeräten und einer minderwertigen Spüle! Den Preis der jeweiligen Ausstellungsküche finden Sie in den Schubladen!“

Und dann der Clou: aus der Schublade einer für 2800 Euro ausgezeichneten (winzigen) Küche zieht er ein Preisschild: 13000 Euro! Wenn man sich bis dahin nicht verarscht gefühlt hat, dann spätestens jetzt. Damit war die Sache für mich gelaufen, da nun ohnehin klar war, dass der Verkäufer überhaupt kein Interesse hat, uns eine Küche im vierstelligen Bereich zu verkaufen. Scheint sich nicht zu lohnen. Auch ok.

Inzwischen haben wir übrigens eine Küche bestellt – bei IKEA. Wie das abgelaufen ist, erfahrt ihr im nächsten Artikel.

Veröffentlicht von Frank Feil

Blogger aus Leidenschaft seit über 12 Jahren. Ist selbstständig und macht irgendwas mit Social Media. Liebt das Reisen und guten Gin. Baut zur Zeit ein Haus.

24 Kommentare

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