App.net: die erste Woche ist vorbei und der Alltag kehrt ein

Mein erster Tag auf App.net war zugegebenermaßen recht spannend, denn alles war neu und die Begeisterung noch groß. Ihr kennt das ja – wenn nicht von App.net, dann sicherlich von anderen Dingen. In diesem Zeitraum sorgt die ungewohnte Umgebung dafür, dass man sämtliche Features ausprobieren will und ständig etwas Neues entdeckt. Nach wenigen Tagen kehrt dann der Alltag ein. Das ist auch gut so, denn man kann endlich nüchtern auf die ganze Sache blicken.

Nüchtern betrachtet, besitzt App.net auch weiterhin viel Potential und nach und nach kommen immer mehr neue Nutzer dazu, von denen man viele bereits von Twitter kennt. Manch einer spricht bereits von der Twitter-Avantgarde, ein Begriff, der mir nicht wirklich zusagt, da dieser den App.net-Kritikern in die Hände spielt, die in dem neuen sozialen Netzwerk ein Eliten-Netzwerk erkennen wollen. Das ist völliger Quatsch. Ein monatlicher Beitrag von 3 US-Dollar, der eine werbefreie Umgebung und eine offene API gewährleistet, kann wohl kaum als elitär angesehen werden – da fehlt mindestens noch eine 0.

In meinen Augen das größte Problem von App.net ist der Aktivitätsgrad der Nutzer (und da schließe ich mich mit ein). Ich beobachte viele, die dem Netzwerk beitreten, zwei Tage lang mehrere Posts schreiben und dann wieder verstummen, da sie den Mehrwert gegenüber Twitter nicht erkennen. Eben dieser Mehrwert muss gegeben sein, um sich dazu zu bewegen, ein weiteres soziales Netzwerk zu bespaßen. Um Facebook und Twitter kommt man kaum noch herum, aber bereits bei Google+ stoßen manche an ihre Grenzen. Da bleibt kein Raum mehr für einen weiteren Mikroblogging-Dienst.

Entscheidend für den Erfolg von App.net wird, zumindest meiner Meinung nach, dessen Mehrwert für die Nutzer sein und dieser muss sich in naher Zukunft erst noch herauskristallisieren.

Veröffentlicht von Frank Feil

Blogger aus Leidenschaft seit über 12 Jahren. Ist selbstständig und macht irgendwas mit Social Media. Liebt das Reisen und guten Gin. Baut zur Zeit ein Haus.

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