Leasing-Rückgabe bei BMW: Bloß keine Panik!

BMW

Mein BMW 320d hat mich in den vergangenen drei Jahren stets sicher ans Ziel gebracht. Knapp 100.000 Kilometer haben wir in diesem Zeitraum zusammen zurückgelegt. Vor einer Woche habe ich den Wagen schließlich zurück zu BMW gebracht, da nach 36 Monaten das Ende der im Leasing-Vertrag vereinbarten Nutzungsdauer erreicht war.

Was dann folgt, nennt sich Leasing-Rücknahme – und genau dazu möchte ich an dieser Stelle ein paar Worte loswerden.

Leasing-Rückgabe: Bloß nicht Googeln!

Ihr kennt das sicherlich: Wenn man bei Google nach Krankheitssymptomen sucht, hat man am Ende grundsätzlich einen Hirntumor. Die Folge: Man bildet sich plötzlich weitere Symptome ein, die zum beschriebenen Krankheitsbild passen, macht sich verrückt – und am Ende ist es dann doch nur ein Schnupfen. Wäre man einfach gleich zum Hausarzt gegangen, hätte man sich den ganzen Ärger sparen können.

Tja, und nicht anders verhält es sich mit der Rückgabe eines Leasing-Fahrzeuges. Als ich den Suchbegriff „Leasing-Rückgabe“ das erste Mal bei Google eintippte, wollte ich mich Anfang Oktober eigentlich nur kurz über das Thema informieren: Wie läuft der Prozess ab? Muss ich irgendetwas beachten? Wie werden etwaige Schäden verrechnet? Es ging mir darum, Antworten auf einige grundlegende Fragen zu finden.

Hätte ich das bloß mal gelassen…

Ich fasse die durch Google erlangten Erkenntnisse mal kurz zusammen:

  • Grundsätzlich versuchen die Händler einem immer über den Tisch zu ziehen.
  • Die Leasing-Rückgabe läuft nie fair ab.
  • Man sollte unbedingt einen Zeugen mitnehmen und Bilder machen, ansonsten schiebt einem der Händler eventuell Schäden unter, die vorher gar nicht vorhanden waren.
  • Unterschreiben sollte man schon mal gleich gar nichts.
  • Gutachter und Autohändler stecken immer unter einer Decke und machen gemeinsame Sache um dem Kunden möglichst viel abzuknüpfen.
  • Bei der Leasing-Rückgabe muss man immer viel Geld nachzahlen, deshalb lohnt sich Leasing generell nicht.
  • man muss unbedingt auf dieses, das und jenes pochen, ansonsten zahlt man drauf.

Inzwischen weiß ich, dass das alles Quatsch ist, aber wenn man all das zum ersten Mal liest, macht man sich doch so seine Gedanken.

Bleibt die Frage, woher all diese Schauergeschichten kommen. Schuld daran sind zum einen Menschen, die Dellen in ihr Auto fahren und sich dann empört in Foren über den Händler auslassen, der dafür bei der Rücknahme (völlig zurecht) Geld verlangt. Das Internet ist voll von solchen Geschichten, was aber nicht daran liegt, dass die Leasing-Rücknahme grundsätzlich unfair abläuft, sondern daran, dass sich nur die Menschen lauthals zu Wort melden, bei denen es nicht so lief wie erwartet (und die die Wahrheit dann auch gerne zu ihren Gunsten verdrehen).

Zum anderen liegt das aber auch daran – und das finde ich noch wesentlich schlimmer – dass „klassische“ Medien diesen Unsinn aufgreifen und dann Artikel mit Headlines wie „Leasing-Rückgabe kann teuer werden“ oder „Leasing-Fallen“ stricken. Mit der Angst der Leute hat man schon immer leicht Klicks generiert…

Leasing-Rückgabe: Die Sache mit der Autoaufbereitung

Richtig interessant wird es aber erst, wenn man sich all die Tipps durchliest, wie man bei der Leasing-Rückgabe sparen kann. Dort fallen dann so Begriffe wie „Professionelle Autoaufbereitung“ und „Smart Repair“. Auf der Webseite des Autoaufbereiters wird einem dann erklärt, dass bei der Leasing-Rückgabe der erste Eindruck wichtig ist, weshalb man auf jeden Fall eine komplette Innenraumreinigung machen lassen sollte. Eine Lackaufbereitung kann natürlich auch nie verkehrt sein. Auf diese Weise lässt sich viel, viel, viel Geld sparen!

Anders ausgedrückt: Der Autoaufbereiter kann viel Geld verdienen. Wenn man sich die ganzen Webseiten und Forenbeiträge nämlich mal genauer anschaut, stellt man schnell fest, dass oftmals irgendwelche Unternehmen dahinterstecken, die eben solche Aufbereitungen anbieten.

Da ich einige Kratzer in den Felgen hatte, habe ich spaßeshalber mal einem auf Felgen spezialisierten Aufbereiter eine Mail mit Bildern geschickt und gefragt, ob es sich a) lohnt die Felgen zu reparieren und b) was es in etwa kosten würde. Kurze Zeit später erhielt ich einen Anruf und mir wurde ganz ausführlich erklärt, dass sich das auf jeden Fall lohnen würde. Zu den Kosten könne man aber nicht sagen, nicht einmal eine ungefähre Preisspanne nennen, da müsse ich schon vorbeikommen (und mich bequatschen lassen).

Irgendwann wurde mir das alles zu blöd und ich beschloss das Auto einfach so abzugeben, wie es war. Warum sollten mich BMW und der Händler jetzt plötzlich über den Tisch ziehen wollen, nachdem ich stets mit allem zufrieden war?

Leasing-Rückgabe: Schnell, fair, transparent

Wenn man all die Schauermärchen und Mythen zur Leasing-Rückgabe herausfiltert, bleiben einige wenige Erkenntnisse, die wichtig sind:

  • jeder Autohersteller/Leasinggeber hat ein frei zugängliches Dokument, in dem genau festgelegt ist, welche Schäden/Mängel als Gebrauchsspuren akzeptiert werden und welche auf eigene Kosten (anteilig oder vollständig) behoben werden müssen.
  • wenn man einen selbstverschuldeten Unfall hatte, werden im Regelfall (außer bei Bagatellschäden) 10 Prozent der Schadenssumme als merkantiler Minderwert in Rechnung gestellt (bei Reparaturkosten in Höhe von 5400 Euro also 540 Euro). Bei einem nicht selbstverschuldeten Unfall zahlt die gegnerische Haftpflicht für gewöhnlich diese Wertminderung.
  • auch Gutachter/Händler nutzen Smart Repair. Wer beispielsweise eine kaputte Felge hat, muss keineswegs den Neupreis bezahlen, sondern lediglich die Smart Repair-Kosten tragen. Das gilt analog für alle anderen Schäden, die sich auf diese Weise beheben lassen.
  • auf den Nachzahlungsanspruch der Leasingbank darf keine Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt werden, denn die Nachforderung erfolgt nicht für eine Leistung der Bank, sondern nur zum Ausgleich der Schäden.

Mit diesem Wissen habe ich mich also auf den Weg zum BMW-Händler gemacht und vorher das Auto noch ausgesaugt und durch die Waschanlage geschickt. Der gute erste Eindruck, ihr wisst schon. Dort angekommen hat der Händler das Auto erst einmal durch die hauseigene Waschanlage geschickt. Will heißen: Die 15 Euro für die Hochglanzwäsche hätte ich mir getrost sparen können – und auch ob nun ein Krümel auf dem Fußboden liegt oder nicht, ist dem Gutachter herzlich egal.

Während mein Auto auf der Hebebühne stand, habe ich in der Lobby einen Kaffee getrunken – und nicht, wie in diversen Ratgebern empfohlen, dem DEKRA-Gutachter zusammen mit einem Zeugen über die Schulter geschaut. Wozu auch?

Nach einer Stunde war die Sache erledigt. Ich wusste, dass meine vier Felgen beschädigt waren (Bordsteine) und das Auto Steinschläge auf der Motorhaube (Autobahn) sowie einen größeren Kratzer auf der Unterseite der Front (Garten) hatte. Und jetzt kommt die große Überraschung: Genau das hat auch der Gutachter beanstandet. Nicht mehr und nicht weniger. In einem kurzen Gespräch erklärten mir Händler und Gutachter, warum die Schäden nicht als Gebrauchsspuren gelten und welche Kosten für Smart Repair auf mich zukommen. Alles ganz transparent und fair. Nachdem ich das Protokoll unterschrieben hatte (was man laut diverser Foren ja auch nicht machen soll), war der Kuchen gegessen. Drei Tage später kam die Abschlussrechnung von der BMW Bank – ohne Mehrwertsteuer. Dafür aber mit einer Rückerstattung von 60 Euro, weil ich den Wagen eine Woche vor dem offiziellen Ende des Vertrags abgegeben hatte.

Leasing: Einfach das Gehirn einschalten

Als ich mich durch die Foren geklickt habe, hatte ich immer das Gefühl, dass die meisten Menschen, die sich dort empören und in Panik verfallen, einfach mal ihr Gehirn einschalten sollten. Wer ein Leasing-Auto fährt, besitzt dieses nicht – und muss dementsprechend pfleglich damit umgehen. Wenn ich meine Felge gegen den Bordstein setze, ist das meine Schuld. Wenn ich im Garten kurz unachtsam bin und aufsetze, ist das meine Schuld. Dementsprechend muss ich für den dadurch entstandenen Schaden bezahlen, wenn ich das Auto zurückgebe.

Im Internet passiert dagegen etwas ganz anderes: Die Leute wissen zwar, dass sie Mist gebaut haben, versuchen den schwarzen Peter aber dem Händler unterzuschieben und sich rauszureden. So funktioniert das nicht.

Wenn man ganz neutral  und objektiv an die Sache rangeht, braucht man keine Panik vor der Leasing-Rückgabe haben – und muss sich von irgendwelchen Autoaufbereitern auch keine Innenraumreinigungen andrehen lassen.

Randnotiz: Ich habe keinen BMW mehr geleast, nur falls jemand auf die Idee kommt, zu denken, dass ich irgendwelche Vorteile bei der Rückgabe hatte.

Randnotiz 2: Es gibt Fälle, in denen vor der Leasing-Rückgabe sowohl eine Autoaufbereitung (zum Beispiel bei starken Rauchern) als auch Smart Repair Sinn machen. Ich möchte hier lediglich davor warnen, einfach blind irgendwelchen Werbeversprechen zu glauben. Im Zweifelsfall kann man auch einfach mit dem Händler sprechen, wie viel bei der Leasing-Rückgabe für eine kaputte Felge fällig wird und so abwägen, ob man zu einem „Felgendoktor“ geht, oder sich das sparen kann.

Veröffentlicht von Frank Feil

Blogger aus Leidenschaft seit über 12 Jahren. Ist selbstständig und macht irgendwas mit Social Media. Liebt das Reisen und guten Gin. Baut zur Zeit ein Haus.

29 Kommentare

  1. Und dann kommt es auch immer noch darauf an, was für ein Leasing man hat(te): Restwert- oder Kilometerleasing. Bei letzterem gibt es meist weniger Probleme als beim Restwertleasing. Ich habe auch bereits zwei Leasingfahrzeuge gehabt und es lief reibungslos bei der Rückgabe. Bei einem gabs sogar noch eine Auszahlung. Jetzt gebe ich demnächst das dritte Auto zurück und bin wieder recht entspannt.

    Achja, gewaschen und ausgesaugt wird er vorher aber auf jeden Fall. 😉

  2. Hallo Frank,
    wo findet man das „frei zugängliche Dokument, welches die akzeptierten Gebrauchsspuren für einen BMW“ auflistet?

    Ein Anruf bei der BMW Bank führte nicht zum Erfolg. Explizit sagte der Mitarbeiter, dass es so etwas nicht gibt.

    Bitte um einen Link dazu.

    Vielen Dank im Voraus!

    Michael

    P.S.: es freut mich, dass Deine Leasingrücknahme so problemlos verlief. Leider habe ich andere Erfahrungen.

    Ich kann nur empfehlen vor Rückgabe ein unabhängiges Gutachten bzw. einen Zustandsbericht machen zu lassen. Diese 120 Euro sind gut investiert, falls man nicht so ein Glück hat wie Du. Das ist wirklich neutral.

      • Hallo Frank, wäre super, wenn Du das Ergebnis hier einstellen könntest. Wenn Du nicht fündig wirst, dann bitte die dazugehörige Behauptung im Artikel korrigieren im Sinne der zukünftigen Leser.

        Was schief lief?
        1. z.B. Ordnungsgemäße Services bei BMW wurden nicht anerkannt. Stichwort: bedarfsgerechter Service (siehe BMW Homepage) im Kontrast zum Wunsch BMWs sämtliche unbedarften Leistungen dennoch durchzuführen und abzurechnen.
        2. Versuch eine Neulackierung des Dachs abzurechnen, obgleich ein Poliergang das gewünschte Resultat brachte.

        Ich könnte die Liste erweitern…

        LG

          • Danke für die Antwort. Allerdings liegt genau darin der Missstand:

            Während der „DEKRA Standard“ eine unabhängige Bewertung mit sich bringt, welches ich jedem vor Leasingrückgabe zur Absicherung empfehle, beauftragt BMW die DEKRA nach einem abweichenden EIGENEN Standard das Fahrzeug zu bewerten. Dieser EIGENE Standard legt viele Gebrauchsspuren als Mängel und Minderung aus – absolut unneutral.

            Ein Anruf bei der DEKRA Automobil bestätigte diesen Sachverhalt sehr schnell.

            Der BMW Händler behauptet sogar mündlich, dass die Bewertung nach BMW Maßstab weniger Gebrauchsminderung mit sich bringt, als nach unabhängigem Standard. Die Dekra korrigiert diese Behauptung natürlich auch schriftlich.

            BMW suggeriert dem Käufer eine unabhängige Fahrzeugbewertung durchzuführen, jedoch wird diese nach eigenem Standard erledigt und ist einseitig.

            siehe Gerichtsurteil: https://www.unfallzeitung.de/expertenrat/einseitiges-dekra-gutachten-bei-leasingrueckgabe-nicht-massgeblich (bitte um Augenmerk auf das Fazit)

            Diese Art ist bei BMW gängige Praxis. Die Abrechnungsbestimmungen der BMW Bank für Leasingverträge sind (teilweise) unwirksam. Trotz Präzidenzurteil bleibt die Praxis bestehen.

            siehe Gerichtsurteil: http://www.leasing-hilfe.de/abrechnungsbestimmungen-der-bmw-bank-unwirksam-257/

            Wer sich nicht wehrt – oder Glück hat wie Du – zahlt unrechtmäßig drauf!

            Deinen Artikel fand ich über die generische Google Suche zum Thema. Ich befürworte eine realistische Perspektive für alle Leser und empfand Deinen Artikel verhältnismäßig einseitig zugunsten BMW, was zwar in Deinem Fall absolut nachvollziehbar ist, aber nicht der gängigen Praxis bei BMW entspricht.

            LG

            Ich würde mich dennoch freuen, wenn Du das „frei zugängliche Dokument, welches die akzeptierten Gebrauchsspuren für einen BMW auflistet“ hier verlinken könntest.

          • @Dokument: Wie gesagt, aktuell finde ich es nicht, bin aber auch unterwegs. Ich schaue daheim nochmals und korrigiere das ggf. im Artikel.

            @Leasing-Rückgabe: Ich finde die Perspektive von mir durchaus realistisch. Das Problem ist, dass im Netz sich immer nur Leute zu Wort melden, die sich beschweren wollen. Und das ist auch ok, denn es läuft nicht immer alles rund. Daraus aber die Schlussfolgerung zu ziehen, dass eine Leasing-Rücknahme grundsätzlich „schief läuft“, halte ich für falsch. Ich habe vor dem Artikel mit mehreren Leuten gesprochen, die seit Jahren bei BMW Autos leasen und keiner hatte je größere Probleme bei der Rückgabe.

            Ich hätte mich auch aufregen können, dass ich meine Motorhaube neu lackieren lassen musste, weil es zu viele Steinschläge waren. Allerdings wurde mir dann plausibel am Fahrzeug erklärt, warum die Steinschläge zu tief sind und das war ok für mich. In dem Punkt hätte man sich sicherlich auch streiten können.

  3. Danke für Deine immerzu schnelle Rückmeldung.

    Na klar, in Deinem Fall bzw. den Fällen Deines Bekanntenkreises sind diese „negativen Erfahrungberichte aus ominösen Foren etc.“ absolut unverhältnismäßig.

    Das von Dir verlinkte Dokument „DEKRA Schadenkatalog“ schafft in vieler Hinsicht Klarheit.

    Ich freue mich, wenn meine mehrfach negativen Erfahrungen in Kombination mit den gefällten Gerichtsurteilen anderen helfen können, negative Erfahrungen zu vermeiden.

    Wäre ich von Anfang an auf dem heutigen Wissensstand, hätte ich knapp 5.000 € sparen können. (mehrere Farhrzeuge)

    LG und weiterhin viel FREUDE AM FAHREN!

    • Ich denke auch, dass die von dir verlinkten Urteile eine gute Ergänzung sind, denn wenn wirklich etwas schief läuft, haben die Leute Anhaltspunkte und wissen, was erlaubt ist und was nicht 🙂

  4. Mir scheint dein Artikel ein wenig unobjektiv. Liest man deinen Beitrag kommt man zu dem Schluss, die Rücknahme ist ohne weitere Auffälligkeiten vollzogen worden. Das Fahrzeug war also in einem dem Alter entsprechendem Zustand.
    In einem der Kommentare schreibst du dann, du musstest die Motorhaube neu lackieren lassen.
    Wieso wird sowas nicht erwähnt, denn solche Schäden haben doch recht großes Konfliktpotential. So sind sie ja nicht zum Begleichen der Reparatur verpflichtet sondern zum Begleichen der Wertminderung. Hier hätte der ein oder andere sicher mehr Gegenwehr an den Tag gelegt und wäre zu einem anderen Ergebnis bei der Bewerung des Leasings in der Gänze gekommen.

    • Im Artikel stehen die Schäden, auch die Steinschläge auf der Motorhaube. Und OBJEKTIV betrachtet, war es nach dem Gespräch mit dem Gutachter vollkommen logisch, dass da eben nur der Tausch bleibt, weil die Steinschläge zu tief waren. Immerhin hatte ich auch 100.000 Kilometer auf der Autobahn, da gehört das dazu.

      Die Menschen, die sich da „wehren“, sind die gleichen, die meinen wenn im Hotel das Frühstücksei zu hart gekocht ist, sie Anspruch auf eine Gratis-Übernachtung hätten ¯\_(ツ)_/¯ Und die bekommen sie nicht, deshalb schreiben sie die Foren voll und versuchen so ihren Zorn zu kompensieren. Hilft nur keinem 😉

      • Hallo Frank,

        nicht der Hotelbetreiber sondern der Hotelgast „bewertet“ das Ei. Aber bei der Leasingrücknahme ist es quasi der Hotelbetreiber, welcher den Zustand des Zimmers nach Besuch des Gasts bewertet und nun unrechtmäßige Forderungen stellt. Und das Stichwort ist unrechtmäßig. Dieses ist mit obigen Erläuterungen und Links zu Gerichtsurteilen bewiesen.

        Das Begleichen der Wertminderung ist rechtmäßig. Alles darüber hinaus ist Kulanz durch den Leasingnehmer, das zu fordern bleibt unrechtmäßig.

        Möchte man BMW gegenüber nicht kulant sein, muss man in diesem Standardprozess regelmäßig für sein Recht eintreten (siehe Gerichtsurteile). Das ist ein absoluter Missstand und allein deshalb sollte man generell immer bei/vor einer Leasingrücknahme bei BMW warnen. Wer zu unvorsichtig dabei vorgeht muss auf Dein Glück hoffen.

        Ich hoffe Du erkennst meine neutrale Perspektive, denn ich möchte nur ein faires Miteinander bei der Leasingrücknahme, wie auch bei anderen Automarken üblich (z.B. VW).

        Ziel meines Beitrags ist es nicht „Foren voll zu schreiben um einen Zorn zu kompensieren“ sondern:
        A. Sensibilisierung der Interessierten für das Thema
        B. Informationsbereitstellung für zukünftige BMW Leasingrückgeber bei aktuellem Missstand durch die BMW Leasingpolitik
        C. Ich habe die Hoffnung, dass ein Entscheider bei BMW in der Zukunft mit dem Thema „der Markt kritisiert unsere Leasing-Policies“ konfrontiert wird und den Missstand behebt. (bei diesem Punkt kann es übrigens nützlich sein, wenn Zorn-kompensierende-und-polarisierende Meinungen das Thema weit tragen, kann)

        Um Deine Position besser zu verstehen bitte ich um Antwort auf die folgenden Fragen:

        1. Findest Du, dass es in Ordnung ist, dass BMW bei der Fahrzeugzustandsbewertung einen schärferen bzw. weniger kulanten Maßstab anwendet als eine unabhängige Fahrzeugbewertung?

        2. Ist es in Ordnung, dass versch. BMW Händler das Gegenteil mündlich behaupten, obwohl die DEKRA es schriftlich bestätigt und es Gerichtsurteile dazu gibt, welche das belegen?

        3. Ist es in Ordnung, dass der Laie bzw. Kunde davon nichts erfährt? Eher noch getäuscht wird dadurch, dass es dieselben „DEKRA Uniformen“ sind, welche für BMW die Fahrzeuge bewerten; allerdings bewerten Sie nun nicht nach ihrem unabhängigen Maßstab sondern nach unkulanten und rechtswidrigen BMW Leasingrücknahmeklauseln (siehe Gerichtsurteile). Sie sind damit für den Moment auch keine Gutachter und sollten eigtl. eine BMW Uniform, zumindest eine Kennzeichnung „im BMW Kundenauftrag unterwegs“ tragen. Ist das so in Ordnung wie es ist?

        4. Ist es in Ordnung, dass hier ein Abhängigkeitsverhältnis entsteht zwischen DEKRA und BMW, dadurch dass BMW deutschlandweit Vollzeit-Gutachter der DEKRA (im Auftrag) beschäftigt? (unter dem Aspekt der „abhängigen Zustandsbewertung“ nach BMW Auftrag) ?

        5. Bei Leasingrückgabe bei BMW hat man ein Formular zu unterzeichnen, bei welchem man diese BMW-freundliche Fahrzeugbewertung selbst in Auftrag geben muss. Möchte man diese Fahrzeugbewertung nicht in Auftrag geben sondern nur das Fahrzeug übergeben, verweigert der Händler die Annahme des Fahrzeugs und der Schlüssel unter der Begründung, dass sich der Kunde zu Vertragsschluß verpflichtet hat mit einer Fahrzeugbewertung zur Rückgabe einverstanden zu sein. Den Unterschied zwischen Einverständnis und Beauftragung durch den Kunden kennt das Formular nicht.

        Wer sich hier nicht um sein Recht bemüht bzw. gegen das Unrecht zur Wehr setzt, darf später seinem Anwalt erklären, warum man „diese Bewertung gegen die eigenen Interessen“ in Auftrag gegeben hat. Von da an wird es nämlich dünn bei der Rechtsvertretung.

        Findest Du es objektiv bei der gesamten Informationslage, welche Du besitzt, nicht allgemein vor einer Leasingrückgabe bei BMW zu warnen?

        LG Michael (der von oben, aber nicht der von den Schreinereien)

        P.S.: Bitte entschuldige für posten der Antwort an zuerst falscher Stelle.

        • Moin!

          Ich erkenne deine neutrale Perspektive an, sehe die Sache aber dennoch etwas anders.

          1. Weil ich einen BMW hatte, bezog ich mich hier auf die Leasing-Rückgabe bei BMW. Das lässt sich aber auch auf jeden anderen Hersteller übertragen. Wenn man bei Google „Leasing-Rückgabe + Hersteller“ eingibt, findet man zu jedem Hersteller die identischen Beschwerde-Beiträge. Jeder Hersteller „betrügt“ und der „Leasing-Nehmer ist der Dumme“.

          2. So gut wie alle großen Hersteller arbeiten mit Gutachtern von DEKRA oder TÜV. Auch da ist BMW keine Ausnahme.

          3. Bleiben wir bei deiner Analogie von Hotelbetreiber und Hotelgast. Die Bewertung der Qualität des Hotelzimmers liegt beim Hotelgast. Vollkommen korrekt. Bei einem Autokauf/-leasing findet diese Bewertung durch den Käufer bei der Probefahrt statt. Sagt ihm das Auto zu, kauft oder least er es. Wenn er es least, entspricht das einer Langzeitbelegung im Hotel. Gibt er das Auto dann zurück, liegt die Bewertung des Zustands beim Besitzer – und das ist eben der Hersteller/Händler. Ebenso bewertet das Hotel den Zustand vom Zimmer. Wurde im Nichtraucher-Zimmer geraucht, werden meist 200 Euro Strafe für die Endreinigung fällig. Hat der Gast den Spiegel im Bad zerstört, kann das Hotel ebenfalls Ansprüche stellen – wenngleich das meist eine Versicherung regelt.

          Ich habe gleich mehrere Freunde, die ein BMW-Leasing haben oder hatten und bei unterschiedlichen Händlern nie Probleme bei der Rückgabe hatten. Ich selbst habe mich dennoch in zahlreichen Foren verrückt machen lassen, bevor ich mein Auto zurückgebracht habe und am Ende war alles halb so wild. Aus diesem Grund habe ich den Artikel geschrieben. Ich behaupte nicht, dass bei der Leasing-Rückgabe ab und an getrickst wird (Hersteller-unabhängig) und glaube durchaus, dass die Hersteller ab und an versuchen, da Geld rauszuschlagen. Aber 80 Prozent der Dinge, über die sich die Leute in den Foren beschweren, sind ganz normale (selbstverschuldete) Schäden am Fahrzeug, über die es eigentlich gar keine Diskussion zu geben hat. Nur wollen die Leute meist die Vorteile des Leasings nutzen und die Nachteile dann als „unfair“ von sich weisen.

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  6. Es hat nicht jeder das Glück ein „gutes“ Autohaus für die Leasing-Abwicklung zu finden.
    Meine eigene Erfahrung: nie wieder bei einem bestimmten Autohaus mit zwei Premium Marken xxW und yiyi. Mir gings wie bei den anderen Leasing Fällen im Internet beschrieben:
    erst werden Schäden „höher“ angesetzt damit der Kunde froh ist, mit einer Teilsumme „gut“ wegzukommen. Werden die Schäden bzw. die Höhe angezweifelt ( und mit einem Fremd- Gutachten/KV belegt) kommt der Passus mit dem „eigenen DEKRA-Gutachten“ zum tragen. Gepaart mit mündlichen Drohungen und Einschüchterungsversuchen vom vermeintlichen Verkaufsleiter nach Rückgabe des Fahrzeugs ( “ wenn Sie das nicht anerkennen zahlen Sie weiterhin die monatlichen Raten bis wir uns geeinigt haben“). Ich habe einen Fachanwalt eingeschalten und warte auf den Gerichtstermin.

  7. Ich bin seit Jahren BMW-Leasignnehmer beim Werk in München direkt. Ich streiche dort in den Geschäftsbedingungen über die 2.500 Freikilometer durch, weil ich seit Jahren immer weniger Kilometer fahre als ich „darf“ (10.000 km/Jahr) – beim letzten Leasingwagen hatte ich rund 5.000 km davon wurden nur 2.500 abgerechnet. Also hab ich den Satz mit den Freikilometern durchgestrichen. Das wurde aber von BMW „übersehen“. BMW pochte auf die BMW-Geschäftsbedingungen und reklamierte die Zahlung mit den Freikilometern.Danach hörte ich nichts. Heute bekam ich ein Schreiben von einem sog. Inkassobüro, die mir mitteilten, BMW hätte die Forderung an sie verkauft. Hat jemand schon mal sowas mitgemacht? BMW hat sich auf meine Schreiben nicht geäußert….. Soll ich nachgeben oder kann mir jemand helfen???

  8. Sorry aber das ist ja eine schöne Geschichte doch aus welchem Märchen

    Was wird als erstes ausgefüllt bei der Rückgabe ? Haben Sie einen Anschluss Auto

    Auto Leasing ist heute Abzocke – ich habe Erfahrungen mit BMW Mercedes und MAZDA

    Es war immer eine Unverschämtheit BMW Smart Repair kennen die nicht bei der Rücknahme

    Ich gehe davon aus das dieser Bericht aus einem Märchenbuch stammt

    • Nein, der Bericht entstammt keinem Märchenbuch. Nein, es gab kein Anschluss-Leasing bei BMW. Dafür gab es aber Smart Repair. Und es war ein ganz normaler BMW-Vertragshändler.

  9. Frage:Bei Rückgabe meines X1 soll ich ein neues Navi bezahlen, weil das Display angeblich Putzspuren aufweist , und zwar aufgrund unsachgemäßer Reinigung.Das Navi wurde nur mit einem
    dafür vorgesehenen weichen Tuch von Staub befreit. Es funktioniert einwandfrei.
    Dabei wurde auch nicht berücksichtigt, dass das Navi 3Jahre alt ist.

  10. Hallo Frank,

    vielen Dank für den ausführlichen Beitrag. Hattest Du einen Restwert- oder Kilometerleasing?

    Ich überlege ob ich die Woche im Rahmen der Umweltprämie auch einen „Neuen“ lease. Fahre zur Zeit einen Euro4-Diesel vom BMW.
    Das wird meine erste Erfahrung mit Leasing und wie Du Dir denken kannst bin ich mir nicht ganz schlüssig – vor Deinem Beitrag habe ich einige über Google gefundene „Erfahrungen“ bereits gelesen. Außerdem mit kleinem Kind sind ein Paar „Schäden“ vielleicht schon vorprogrammiert – zumindest im Innenraum. 🙂

    Ein erstes Gespräch im Autohaus gab es schon und laut dem Verkäufer soll Alles ganz einfach und entspannt sein. Zumal wurde mir noch extra gesagt, dass man (BMW) heute nicht so streng auf kleine Kratzer und Steinschläge schaue.

    Muss ich beim Unterschreiben vom Vertrag auf etwas Genaueres achten?

    Beste Grüße,
    E.T.

    • Moin!

      Ich hatte ein Kilometer-Leasing. Am Ende war ich 7000 Kilometer drüber, davon wurden die 2500 Kilometer Toleranz abgezogen. Blieben 4500 Kilometer, die ich nachzahlen musste (6,8 Cent pro Kilometer, war bereits vorab im Vertrag definiert). Ich konnte auch während des Leasings die Kilometer nach oben anpassen, alles kein Problem.

      Zu der Aussage des Verkäufers: Das stimmt soweit schon, nur ist die Aussage recht schwammig – denn was sind „kleine Kratzer“ und „kleine Steinschläge“? Insbesondere wenn du viel auf der Autobahn fährst, sind Steinschläge unvermeidbar. Und wenn es zu viele werden, die auch noch recht tief sind, muss am Ende eben doch die Motorhaube neu lackiert werden.

      Du hast meinen Bericht ja gelesen. Ich empfand die Rückgabe als fair. Du siehst aber anhand der Kommentare hier, dass die Meinungen da durchaus auseinandergehen. Grundsätzlich solltest du dich einfach darauf einstellen, dass du am Ende für irgendwas bezahlen musst, denn nach drei Jahren hat jedes Auto irgendwas 😉

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