Dyson 360 Eye-Staubsaugerroboter: Hands-on auf der IFA 2014 [Video]

Wir schreiben das Jahr 2014. Das Thema Smart Home, also die Heimautomatisierung, geistert fast täglich durch die Medien. Dass der Kühlschrank selbstständig die Eier nachbestellt oder die Waschmaschine per SMS Bescheid gibt, dass die Wäsche jetzt sauber ist, klingt für viele noch wie Zukunftsmusik. Staubsaugerroboter begleiten uns jedoch schon seit mehreren Jahren – und werden immer leistungsfähiger.

Auf der diesjährigen IFA hat nun endlich auch das Technologieunternehmen Dyson, das seinen Hauptsitz im englischen Malmesbury hat, seinen ersten Staubsaugerroboter präsentiert. Ganz schön spät, für eine Firma, die zusammen mit Vorwerk synonym für qualitativ hochwertige Staubsauger steht.

Aber hat sich das Warten auch gelohnt? Ich konnte mir in Berlin schon mal vorab einen ersten Eindruck von dem neuen Saugroboter machen, an dem Dysons Ingenieure nun mehrere Jahre gearbeitet haben.

Dyson 360 Eye mit Radial Root Cyclone-Technologie

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Schon auf den ersten Blick erkennt man, dass es sich bei dem kleinen Haushaltshelfer um ein Produkt aus dem Hause Dyson handelt – die Designsprache lässt daran keinen Zweifel. Besonders markant: die durch die Radial Root Cyclone-Technologie bedingte Bauform, die man auch von anderen Dyson-Staubsaugern kennt. Diese Technologie sorgt durch starke Zentrifugalkräfte (bis zu 50.000 G) dafür, dass auch mikroskopisch kleine Partikel wie Pollen oder Schimmelsporen aus dem Luftstrom getrennt werden.

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Daraus ergeben sich sowohl Vor- als auch Nachteile. Der Vorteil liegt auf der Hand: der Dyson 360 Eye verfügt über eine Saugkraft, die die Konkurrenz problemlos in den Schatten stellt. Selbst feinste Schmutzpartikel werden vom (Teppich)boden entfernt:

Zudem hat der Dyson 360 Eye einen vergleichsweise geringen Durchmesser, wodurch er Hindernisse auf dem Boden (Möbel, Vasen, etc.) einfacher umfahren kann, als die deutlich „breitere“ Konkurrenz.

Aus der Bauform des britischen Staubsaugerroboters ergeben sich aber auch zwei Nachteile: einerseits gelangt der Dyson 360 Eye aufgrund seiner Höhe nicht unter jedes Möbelstück. Andererseits ist er rund – und kommt dadurch nicht in die Ecken.

Dyson macht daraus auch gar kein Geheimnis: wer den Dyson 360 Eye die Wohnung reinigen lässt, muss die Ecken (meint die letzten fünf Zentimeter) der Räume von Hand nachsaugen – etwa mit dem Dyson DC 62.

Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich jedoch ohnehin noch keine finale Aussage über die Zuverlässigkeit des Dyson 360 Eye treffen, da auf der IFA nur ein Prototyp in einer Modellumgebung zu sehen war. Erst wenn der Dyson das erste Mal durch meine Wohnung fährt, wird sich zeigen, wie gründlich die Reinigung tatsächlich ausfällt.

360-Grad-Kamerasystem garantiert den Rundumblick

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Zur Navigation nutzt der Dyson 360 Eye ein Kamerasystem mit (Überraschung!) einer 360-Grad-Sicht. Dank dieser Roboter-Navigationstechnologie soll der Dyson in der Lage sein, ununterbrochen seine Umgebung zu beobachten und auszuwerten. Der Staubsaugerroboter erstellt eine 360-Grad-Panoramakarte des jeweiligen Zimmers und weiß so immer, wo er sich befindet und wo er bereits gereinigt hat beziehungsweise wo nicht.

Die intelligente Kamera nimmt pro Sekunde 30 Bilder in einem 45°-Winkel auf. Damit werden die Teile des Raumes mit den meisten Merkmalen (Wände, Bilder, Ecken) erfasst, die später als Navigationsbasis dienen.

Weitere im Dyson 360 Eye verbaute Sensoren verhindern, dass sich der Roboter nicht über den Treppenabsatz hinab in den Tod stürzt oder mit Gegenständen im Raum kollidiert.

Mit dem Raupenantrieb unterwegs im Wohnzimmer

Kommen wir zum Thema Fortbewegung. Im Gegensatz zu anderen Herstellern setzen die Briten nicht auf Räder sondern auf einen Raupenantrieb, wie man ihn von Panzern oder Baggern kennt. Dyson verspricht:

Raupenketten können sich ohne Verlangsamen oder Richtungsänderung von weichem Teppichboden auf Hartböden bewegen. Auch die Bodenplatte wurde so konstruiert, dass sie sich beim Fahren über unebene Flächen nicht bewegt, damit die Bewegungsrichtung nicht verändert wird.

Zumindest im Testszenario auf der IFA hat der Raupenantrieb das Versprochene gehalten: Richtungswechsel wurden akkurat vollzogen, kleinere Unebenheiten und Absätze meisterte der Dyson 360 Eye problemlos und auch der Übergang vom Hart- zum Teppichboden verlief reibungslos.

Ein weiterer Vorteil: da die Ketten aus Gummi sind, zerkratzt der teure Parkettboden nicht.

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Bürstwalze mit Carbonfasern

Einen großen Teil der Arbeit übernimmt beim Dyson 360 Eye die extrabreite Bürstwalze mit Carbonfasern, durch die die Saugkraft des Roboters über die gesamte Breite des Geräts wirken soll. Auf Seitenbürsten, die bei der Konkurrenz den Schmutz ins Gerät kehren, verzichtet Dyson dagegen ganz.

Stattdessen verfügt die hauseigene Bodendüsentechnologie über Nylonborsten für die Teppichreinigung und Carbonfasern für die Reinigung von Hartböden. Auch hier bleibt abzuwarten, wie sich das Gerät in der Praxis schlägt.

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Die Dyson-App

Was fehlt jetzt noch? Genau: die passende App. Die hat Dyson natürlich auch im Angebot – für iOS und Android. Mit ihr kann man die Reinigung manuell starten oder auch vorprogrammieren. So kann man den Dyson 360 Eye zum Beispiel täglich oder jeden zweiten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit durch die Wohnung saugen lassen – etwa wenn man gerade im Büro sitzt oder einkaufen geht. Außerdem erhält das Gerät über die App Software-Updates.

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Alle Funktionen demonstriert Dyson hier:

Fazit

Der Dyson 360 Eye, der auf der IFA 2014 zu sehen war, war zwar nur ein erster Prototyp, konnte aber bereits in puncto Saugleistung überzeugen. Wenn der Roboter dann Mitte 2015 für rund 1.000 Euro auf den deutschen Markt kommt, wird das alleine jedoch nicht ausreichen.

Der Dyson 360 Eye wird sich vor allem daran messen lassen müssen, wie gründlich er die einzelnen Räumen reinigt. Das Hauptproblem bisheriger Generationen von Staubsaugerrobotern liegt nämlich vor allem darin, dass sie die Zimmer zwar grob saugen, jedoch immer wieder einzelne Bereiche ungereinigt hinterlassen. Das ist ärgerlich – und genau hier kann das 360-Grad-Kamerasystem des Dysons punkten.

Diese und weitere Fragen – etwa wie der Dyson 360 Eye mit Hindernissen oder in dunklen Räumen zurechtkommt – lassen sich jedoch erst im kommenden Jahr zuverlässig beantworten, wenn die finale Version des smarten Haushaltshelfers erhältlich sein wird.

Weiterführende Links

Offizielle Webseite zum Dyson 360 Eye

Dyson 360 Eye auf stereopoly.de

Dyson 360 Eye auf stadt-bremerhaven.de

Veröffentlicht von Frank Feil

Blogger aus Leidenschaft seit über 12 Jahren. Ist selbstständig und macht irgendwas mit Social Media. Liebt das Reisen und guten Gin. Baut zur Zeit ein Haus.

3 Kommentare

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