Blogger und der „qualitativ hochwertige“ Artikelplatzierungs- und Gastbeitrags-Spam

Eben habe ich mal wieder Google+ aufgemacht und bin prompt über eine kurze Geschichte vom Kollegen @baranek gestolpert. Um was es ging? Um den alltäglichen Spam, den wohl so gut wie jeder Blogger tagtäglich oder zumindest einmal  wöchentlich in seinem E-Mail-Postfach findet. Beispiele gefällig?

Betreff: mögliche Kooperations-Anfrage [Anmerkung: es ist also keine Anfrage, sondern nur eine mögliche!]

Auszug: „[…] Ich würde gerne einen Gastbeitrag auf Ihrem Portal veröffentlich [sic!]. […] Der/Die Artikel sind allgemein gehalten und im News-Stil geschrieben.
Es wird in erster Linie keine Werbung gemacht, sondern informiert. […] Freundlichkeit und Seriosität runden unsern Service ab. […]

 

Betreff: Artikel-Kooperation mit XYZ

Auszug: Ich arbeite als Freelance-Writer und würde Ihnen gerne einen meiner Artikel anbieten. Die Beiträge sind hauptsächlich für Technikbegeisterte gedacht. […] Einen passenden Artikel würde ich kostenlos liefern.

Ich hätte an dieser Stelle jetzt gerne noch mehr schöne Beispiele geliefert, da die E-Mails aber stets direkt in den Papierkorb wandern, konnte ich jetzt spontan nur noch einige „Restbestände“ auftreiben.

Wenn man das erste Mal eine solche E-Mail bekommt, ist man noch geneigt zu antworten – allein schon der Höflichkeit wegen. Man lernt dann aber recht schnell, dass hinter solchen E-Mails immer irgendwelche freien Autoren Vermarkter stecken, die kostenlos Verlinkungen und Werbung für einen ihrer Kunden platzieren wollen. Das fängt schon damit an, dass Techblogs Artikel über Versicherungen angeboten werden. Um solche E-Mails schon von Anfang an auszufiltern, muss man eigentlich nur vier Phrasen kennen, die in 99 Prozent der Fälle enthalten sind:

 „qualitativ hochwertig“, „Mehrwert für Ihre Leser“, „selbstverständlich kostenlos“ und „unsere Beiträge haben keinen werbenden Charakter“

Falls ihr euch zu einen freundlichen „kein Interesse“ als Antwort hinreißen lasst, könnt ihr euch sicher sein, dass das Ganze am Ende in eine Diskussion ausartet, die Burschen geben nämlich nicht so leicht auf. Von daher „E-Mail löschen“ und gut ist.

Wer Langeweile hat und für etwas Unterhaltung sorgen möchte, dem sei folgende Antwort ans Herz gelegt:

Lieber XYZ,

vielen Dank für Ihre E-Mail und das interessante Angebot. Wir freuen uns immer über qualitativ hochwertige Beiträge, die einen Mehrwert für unsere Leser darstellen. Gerne veröffentlichen wir Ihren kostenlosen Gastbeitrag für 150 Euro (netto) auf unserer Seite. Sämtliche Verlinkungen müssen allerdings vorher mit uns abgesprochen und als „nofollow“ gekennzeichnet werden.

Beste Grüße,

XYZ

Veröffentlicht von Frank Feil

Blogger aus Leidenschaft seit über 12 Jahren. Ist selbstständig und macht irgendwas mit Social Media. Liebt das Reisen und guten Gin. Baut zur Zeit ein Haus.

10 Kommentare

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  6. Da fehlt noch: „Der Beitrag wird dann natürlich als Werbung gekennzeichnet, um nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen“.

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