Soziale Netzwerke und Datenschutz: Medienkompetenz statt Überregulierung

Neue Datenschutzregeln für die gesamte Europäische Union: EU-Kommissarin Viviane Reding hat ihre Pläne für ein vereinheitlichtes Recht für Google, Facebook und Co. vorgestellt. Das EU-Regelwerk soll die Rechte der Bürger stärken – doch deutsche Datenschützer sind skeptisch. (SPON)

Die EU-Kommission möchte mal wieder regulieren. Diesmal geht es um das Thema Datenschutz. Der Grundgedanke: man möchte den Bürger vor den Gefahren des Internets, vor allem den datenhungrigen US-Konzernen, schützen. Zu diesem Zweck soll es für die EU-Bürger neue Rechte geben:

„[Das] Recht, vergessen zu werden“. Das betreffe die Tatsache, „dass persönliche Daten der jeweiligen Person gehören“, so Reding. Man werde künftig seine persönlichen Daten „von einer Firma zurückholen und sie zu einer anderen Firma mitnehmen“ können. Auch, wenn das betreffende Unternehmen „objektive, starke Gründe hat, diese Daten zu behalten, liegt die Beweislast bei dem Unternehmen“. (SPON)

Allein die Idee eines „Rechts, vergessen zu werden“ dürfte jedem, der sich auch nur etwas in den Weiten des Internets auskennt, als völlig realitätsfremd erscheinen. Natürlich darf man nicht außer Acht lassen, dass es sich derzeit nur um einen Entwurf handelt. Ob und in welcher Form dieser vom Parlament und dem Ministerrat angenommen wird, ist fraglich.

Mich beschäftigt dagegen eine ganz andere Frage: wäre es nicht um einiges sinnvoller, die Medienkompetenz der Bürger zu fördern, anstatt die Menschen durch ständig neue Gesetze vor sich selbst zu schützen? Man muss es doch so sehen: im Internet tauchen ständig neue Plattformen auf, die es dem Nutzer auf alle nur erdenklichen Arten erlauben, die intimsten Details seines Privatlebens mit der Welt zu teilen. Das Angebot bestimmt hier die Nachfrage. Versucht man dieser Entwicklung nun durch Gesetzte Einhalt zu bieten, dann werden die großen sozialen Netzwerke sich eben anpassen und Wege finden, die Regeln zu umgehen. Es sind schließlich die Nutzer selbst, die den aktuellen Ort mit Freunden teilen und ihr Leben in einer Timeline dokumentieren möchten.

Das Grundproblem ist die fehlende Medienkompetenz großer Teile der Gesellschaft. Genau hier muss man ansetzen. Bereits in der Schule müssen Kinder und Jugendliche darüber aufgeklärt werden, welche Konsequenzen es für sie haben kann, wenn sie private Inhalte ins Netz stellen und mit anderen teilen. Was für Kinder und Jugendliche gilt ist auch bei Erwachsenen nicht verkehrt, da man auch hier regelmäßig auf Menschen stößt, die sich wundern, warum ihr Arbeitgeber mitbekommen hat, was man über ihn bei Facebook geschrieben hat.

Es gibt zu allen möglichen Themenbereichen Aufklärungskampagnen, warum also nicht auch zu den Risiken des digitalen Exhibitionismus?

Veröffentlicht von Frank Feil

Blogger aus Leidenschaft seit über 12 Jahren. Ist selbstständig und macht irgendwas mit Social Media. Liebt das Reisen und guten Gin. Baut zur Zeit ein Haus.

8 Kommentare

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  7. Unsere Schule ist zur Zeit in eine neue initative eingetreten die OnClass heißt und uns auch kostenlos ein sicheres Netzwerk bereitstellt, soetwas sollte man fördern.

    MfG Chris

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