Erfahrungsbericht: Baubeginn mit Haus der Handwerker e.V.

Haus der Handwerker e.V.

Vor einem halben Jahr habe ich hier im Blog das erste Mal über unsere Erfahrungen mit dem Bundesverband Haus der Handwerker e.V. gebloggt. Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir den Vertrag mit HDH bereits unterschrieben, das Baugesuch eingereicht und der Werkplaner hatte gerade mit der Ausführungsplanung begonnen.

Seither ist einiges an Zeit vergangen und viel passiert. Wir haben gelernt, dass beim Hausbau nicht immer alles planbar ist und ein so großes Projekt stets die ein oder andere Überraschung für die Bauherren und alle Beteiligten bereit hält. Da wir immer wieder darauf angesprochen wurden, sei so viel aber schon einmal vorweg verraten: Die Entscheidung mit Haus der Handwerker zu bauen, haben wir bislang nicht bereut. Aber der Reihe nach.

Der lange Weg zur Baugenehmigung

Beim Hausbau läuft ohne Baugenehmigung leider gar nichts. Das dürfte jedem klar sein, der sich mit dem Thema beschäftigt hat. Nachdem wir den Vertrag mit HDH Mitte Mai 2017 unterschrieben hatten, hat sich unser Architekt zügig an die Erstellung des Baugesuchs gemacht – und so konnten wir dieses bereits Anfang Juni 2017 beim örtlichen Bauamt einreichen. Da wir uns im Rahmen des Bebauungsplans bewegten, haben wir schon kurz darauf mit der Werkplanung begonnen. Man will ja keine Zeit verlieren.

Für diejenigen, denen dieser Begriffe noch nichts sagen: Der Architekt erstellt das Baugesuch (Genehmigungsplanung). Darin wird unter anderem festgelegt, welche Außenmaße das Haus hat, welche Dachform und -neigung geplant sind und wo auf dem Grundstück sich das Gebäude befindet. Im Anschluss übernimmt der Werkplaner, der die Ausführungsplanung (Werkplanung) erstellt. Hier geht es dann um die Details (Wo befinden sich die Öffnungen für die Be- und Entlüftung sowie die Hausanschlüsse, wo verlaufen die Wasser- und Abwasserleitungen im Gebäude, wie dick sind die einzelnen Wände, etc.).

Die Werkplanung verlief aus unserer Sicht tadellos. Der Werkplaner hat alles gemäß unserer Vorstellungen umgesetzt – zumindest soweit technisch möglich. Was ich damit meine? Nicht immer lässt sich alles was ein Architekt gezeichnet hat, in der Praxis so auch ohne Weiteres umsetzen. Wir mussten beispielsweise die Treppe etwas verschieben (Statik). Zudem wären die seitlichen Rollläden im Obergeschoss nur als Aufsatzrollläden realisierbar gewesen, oder man hätte die Fenster etwas kleiner machen müssen (Bebauungsplan). Wir haben am Ende ganz auf die Rollläden verzichtet. Hausbau ist eben kein Maschinenbau und es macht wenig Sinn, sich über Dinge zu ärgern, die man ohnehin nicht beeinflussen oder ändern kann.

Warum wir trotzdem erst im Frühjahr 2018 mit dem Bauen beginnen konnten? Nun ja… Das Bauamt hat uns die Baugenehmigung leider erst Ende November 2017 geschickt. Daraus ging dann hervor, dass die Garage tiefer gesetzt werden musste, was zur Folge hatte, dass die Verbindungstür zwischen Haustechnikraum und Garage nicht mehr realisierbar war. Der Werkplaner musste also nochmal ran, bevor wir die Ausführungsplanung dann endlich freigeben konnten. Im Anschluss folgte die finale Prüfung durch den Gutachter und schon stand Weihnachten vor der Tür.

Im Januar kam die Leistungsanpassung von Haus der Handwerker (dazu später mehr) und die Ausschreibungen begannen. Allerdings hatte niemand damit gerechnet, dass im März arktische Temperaturen in Süddeutschland herrschen würden – und so konnten die Erdarbeiten erst im April 2018 beginnen.Haus der Handwerker e.V.

Wie wir die Planungsphase mit Haus der Handwerker e.V. erlebt haben

Warum wir uns entschieden haben, mit dem Bundesverband Haus der Handwerker e.V. zu bauen, habe ich hier bereits ausführlich beschrieben. Die Kurzversion: Wir hatten bei HDH von Anfang an nette, kompetente Ansprechpartner, fühlten uns gut beraten und vor allem gefiel uns das Konzept („Bauen ohne Bauträgerrisiko“) sehr gut. Das sah übrigens auch unsere Bank so: Die Tatsache, dass wir für jedes Gewerk feinsäuberlich aufgegliedert Werkverträge hatten und dazu auch noch einen detaillierten Zahlungsplan vorlegen konnten, hat unser Sachbearbeiter sehr begrüßt.

Wie die Planungsphase ablief, habe ich im vorangehenden Abschnitt ja bereits grob skizziert: Nach der Einreichung des Baugesuchs übernimmt der Werkplaner die federführende Rolle. Auf Grundlage des Bodengutachtens, der Statik und der Energiebedarfsberechnung erstellt er die Ausführungsplanung, die später den Handwerksbetrieben als Grundlage für die Ausführung des Bauvorhabens dient. Parallel dazu stand uns aber auch der Projektkoordinator von Haus der Handwerker mit Rat und Tat zur Seite. Etwaige Nachfragen wurden in der Regel noch am selben Tag beantwortet.

Irgendwann folgt dann auch noch die Bemusterung in Chemnitz. Im Prinzip kann man selbst entscheiden, wann man an der „Orientierungsveranstaltung“ teilnimmt. Ich persönlich würde diesbezüglich aber nichts überstürzen. Wir haben beispielsweise gewartet, bis die Werkplanung finalisiert war und wir uns über alle Details im Klaren waren. Wie die Bemusterung abläuft, beschreibt dieser Beitrag einer Bauherrenfamilie im Blog von HDH ziemlich genau, von daher werde ich darauf jetzt nicht näher eingehen. Nur soviel sei gesagt: Setzt euch schon im Vorfeld mit den unterschiedlichen Themen (Fliesen, Sanitär, Fenster und Türen) auseinander, ansonsten seid ihr mit der Auswahl schlichtweg überfordert. Vielleicht ist es deshalb auch ganz gut, dass die Orientierungsveranstaltung eben nur zur Orientierung dient. Festlegen muss man sich an diesem Tag noch nicht. Die finale Entscheidung, welches Waschbecken und welche Fliesen man nimmt, „muss“ erst getroffen werden, kurz bevor der Handwerker mit der Arbeit beginnt. Von diesem bekommt ihr dann auch das Angebot für die Zusatzleistungen, falls ihr vom in der Bauleistungsbeschreibung definierten Standard abweicht.

Leistungsanpassung und Ausschreibungsphase

Wie ging es weiter? Nachdem unsere Werkplanung vom Gutachter freigegeben war, ging diese an HDH zur Leistungsanpassung. Im Rahmen der Leistungsanpassung schaut sich die Kalkulationsabteilung an, ob und in welchen Punkten die Werkplanung vom ursprünglichen Plan abweicht und wie sich diese Änderungen auf den kalkulierten Gesamtpreis auswirken. Wir haben uns beispielsweise während der Werkplanung für eine spezielle Treppe mit Glasgeländer sowie höhere Innentüren entschieden. Dadurch erhöht sich natürlich der Gesamtpreis für das Haus. Selbiges galt für die Decke im Erdgeschoss, die aus statischen Gründen etwas dicker, als im Standard vorgesehen, werden musste, um die Tragfähigkeit zu gewährleisten. Auf der anderen Seite wurden uns die Rollläden im Obergeschoss sowie zwei Tageslichtspots in der Decke, die wir nicht mehr wollten, gutgeschrieben. All diese Posten waren in der Leistungsanpassung aufgeschlüsselt und wurden uns in einem Gespräch mit HDH ausführlich erläutert.

Nachdem wir die Leistungsanpassung unterschrieben hatten, begannen die Ausschreibungen. Der Rohbauer stand relativ schnell fest und wir unterschrieben den Werkvertrag zeitnah, damit die Erdarbeiten beginnen konnten. Die restlichen Werkverträge lieferte Haus der Handwerker kurze Zeit später gesammelt nach. Inzwischen ist alles unterschrieben und in wenigen Tagen macht sich der Zimmermann an die Arbeit.

Fortsetzung folgt 🙂

Veröffentlicht von Frank Feil

Blogger aus Leidenschaft seit über 12 Jahren. Ist selbstständig und macht irgendwas mit Social Media. Liebt das Reisen und guten Gin. Baut zur Zeit ein Haus.

9 Kommentare

  1. Hallo Frank,

    Vielen Dank für diesen außerordentlich detaillierten Bericht über deine Erfahrung mit HDH.

    Wir stehen am selben Punkt wie ihr vor einem Jahr und freuen uns, dass du so positiv über HDH schreibst!

    Wir sind schon sehr gespannt auf deinen nächsten Beitrag und hoffen dass du am Ball bleibst neben dem Hausbau!

    Herzlichste Grüße Timm und Anika

  2. Hallo Herr Feil, uns würde alle interessieren, wie Ihr Hausbauprojekt läuft.
    Viele Grüße
    Rolf Zehnder

    • Moin!

      Ich werde dazu in Kürze auch mal wieder bloggen, aktuell fehlt mir nur leider die Zeit 🙁 Bei uns werden zur Zeit die Heizungsanlage und Lüftung eingebaut, in circa 2 Wochen kommt der Estrich. Dann ist erst einmal etwas Ruhe während der Trocknungsphase 🙂

  3. Hallo, ich bin auch ein Bauherr, der sich gerade bei der Werkplanprüfung befindet.
    HDH hat mich informiert, dass es keine Sanitärplan gibt. In der Werkplan befindet sich nur Schmutzwasser Leitungen. Wie werden die Kalt und Warmwasser gebaut? Hr. Fell, könnten Sie Ihre Erfahrung noch berichten?

    • Hi,

      meines Wissens nach ist das nie Bestandteil vom Werkplan, war es auch bei uns nicht. Bei uns waren im Werkplan die Sanitärgegenstände als Platzhalter eingezeichnet, so dass ungefähr ersichtlich wird, wo was hin soll. Alles andere haben wir mit der Sanitär-Betrieb besprochen. Mit diesem sind wir vor Ort alles durchgegangen und haben festgelegt, wo jeweils Warm- und Kaltwasser hinkommen – passend zu den von uns ausgewählten Waschbecken, Duschen, etc. 🙂

      Viele Grüße Frank

  4. Hallo Leute! Baut nicht mit HdH, es dauert sehr lange. Wir haben HdH vor eineinhalb Jahren beauftragt ein einfaches Einfamilienhaus zu bauen. Bis jetzt wurde nicht mal ein aushub gemacht. Und wir haben keinen Termin wann Baubeginn ist. Das heißt es könnte noch länger dauern. Aber es liegt nicht an mir sondern an HdH, dass nicht gebaut wird. Kontaktiert mich bevor ihr mit HdH baut, ich kann auch alles nachweisen.

    • Hallo,

      Uns ergeht es leider gleich. Obwohl wir einen eigenen Architekten haben, der sämtliche Pläne, die Baubewilligung und das Bodengutachten dem HdH vor knapp einem Jahr eingereicht hat, wir in Chemnitz in der Ausstellung waren und den Finanzierungsnachweis eingereicht haben, die Leistungsanpassung erledigt ist, warten wir seit Monaten auf den Baubeginn. ( die Werkplanung seitens HdH hat 5 Monate gedauert, obwohl man uns versprochen hat, dass diese in 4 Wochen erledigt sei). HdH ist meines Erachtens, auch Aufgrund der unfreundlichen Mitarbeiter, die meistens telefonisch nicht erreichbar sind und nicht zurückrufen und der unerträglichen Intransparenz seitens dieser Firma, die, falls erreichbar, uns mit unglaublich fadenscheinigen Argumenten hinhält, definitiv nicht zu empfehlen. So wie es heute ausschaut, können wir froh sein, wenn wir das Haus 2 Jahre nach Unterzeichnung des Vertrags mit HdH beziehen können. Also, Finger weg von dieser undurchsichtigen Firma!

  5. Hallo liebe Bauherren,

    schade, dass hier 2-3 Leute nicht zufrieden sind. Aber ich denke wenn eine Firma wie Haus der Handwerker jedes Jahr 100 Häuser baut, gibt es immer 2-3 Leute die aus diversen Gründen nicht zufrieden sind. Darum möchten auch wir unsere Erfahrungen hier teilen und auf diesem Wege schon mal Danke sagen. Wir sind ziemlich am Ende der Bauphase und wenn alles so weiter läuft, werden wir Ende Februar einziehen können.
    Frau Sonderegger, auch wir konnten über den Winter nicht anfangen zu bauen. Uns lag die Baugenehmigung im Dezember 2017 bereits vor und auch wir mussten warten bis Mitte März 2018 um mit dem Bau unseres Zweifamilienhauses zu starten,aufgrund Bodenfrost. Den Vertrag haben wir im März 2017 unterschrieben und nach dem alle Planungen und die Bemusterung abgeschlossen waren, konnte der Bauantrag gestellt werden. Trotz Kenntnisgabeverfahren mussten wir dennoch 2 Monate auf die Genehmigung vom Amt warten. Aber dann ging alles soweit nach Plan weiter und unser Bauleiter hatte bzw. hat immer alles im Griff. Der Aushub erfolgte, danach wurde der Keller und der Rohbau in ca. 6 Wochen erstellt und jedes Gewerk kam dann nach und nach. Der Bauleiter ist hier ein sehr wichtig Punkt, da er alle Handwerker koordiniert und die Zügel in der Hand hält. Von uns ein dickes Lob an unsere Bauleitung und an die teilweise sehr netten Handwerker.
    Die versprochene Bauzeit von 12 Monaten (wir bauen ein 238m² Zweifamilienhaus) wird wohl eingehalten.

    Wir von unserer Seite können HdH gerne weiterempfehlen. Die Bauausführung sowie die verbauten Materialien sind wirklich sehr gut, das hat uns auch ein befreundetet Architekt der netterweise immer mal wieder vorbei schaute bestätigt.
    Wir haben uns damals aufgrund der Transparenz der Angebote, der guten Beratung und natürlich auch wegen dem sehr guten Hauspreis für HdH entschieden.
    Wir wünschen allen Bauherren einen guten Bauablauf und lasst euch nicht stressen ihr baut schließlich nur 1x und auch wenn es sicher immer mal wieder stressig wird ihr werde euch freuen wenn das Haus steht.
    Viele Grüße aus Schorndorf

  6. Guten Tag,

    auch ich möchte mich zu Wort melden, da wir gerade mitten beim Rohbau sind und meine bisherigen Erfahrungen gerne teilen möchte.
    Vertragsdatum was August 2018, danach relativ schnell saßen wir beim Architekten um den Feinschliff am Grundriss zu erarbeiten und den Bauantrag.
    Dieser wurde nach 2,5 Monaten im November genehmigt. Zwischenzeitlich waren wir in Chemnitz und haben unser Haus bei den Fachfirmen bemustert, also die komplette Innenausstattung ausgesucht. Das Bodengutachten wurde erstellt und die Werksplanung gefertigt. Danach hat sich der Bauleiter bei uns gemeldet die Baustelle wurde besprochen und so konnten wir vor einigen Wochen dann mit den Erdarbeiten loslegen und sind aktuell in der Rohbauphase. Das OG wird gerade gemauert und in 10 Tagen soll laut Bauzeitenpaln der Zimmermann schon kommen und das Dach fertigen.
    Bisher läuft alles so wie zu Anfang gesprochen und geplant. Wenn alles passt, sind wir Ende des Jahres im Haus. Gerne schreibe ich hier bei Gelegenheit das ein oder andere Wort.

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